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Mehr Tempo und Verbindlichkeit bei der Beschlussumsetzung

In Hagen verzögern sich städtische Projekte häufig

veröffentlicht am 14. November 2025

    Sowohl für Unternehmer als auch Bürger ist es wichtig, sich auf Beschlüsse und Zeitpläne der Stadt verlassen zu können. Dass diese Verbindlichkeiten in Hagen oftmals nicht gewährleistet sind, zeigt sich bereits im Kleinen. 
    Ein Beispiel hierfür ist die Verkehrsplanung zur Straße „An der Kohlenbahn“ im Hasper Gewerbegebiet. Um eine Vorfahrtsregelung für querende Radfahrer zu realisieren, wurde hier zur Tempodrosselung des Autoverkehrs eine Bodenwelle errichtet. Allerdings derart dilettantisch, dass sich die Erhebung in der ursprünglich vorgesehenen Geschwindigkeit von 30 km/h für Autofahrer nicht risikolos passieren lässt, sodass hier jetzt vorübergehend Tempo 10 gilt. Und auch die vorgesehene Vorfahrtsregelung für Radfahrer ist bislang – ein Dreivierteljahr nach Beginn der Arbeiten – noch nicht umgesetzt. Dafür müssten – um eine sichere Querungsstelle zu gewährleisten – zunächst Grünschnittarbeiten ab Oktober für bessere Sicht sorgen. Zudem sei eine Änderung der Vorfahrtsbeschilderung hin zu einer „Stop“-Beschilderung erforderlich, um für hinreichende Verkehrssicherheit zu sorgen, wie es in einer neuen Berichtsvorlage der Verwaltung heißt (0600/2025). Der Grünschnitt könnte demnach inzwischen längst abgeschlossen und auch die Beschilderung final realisiert sein. Doch von der geänderten Kennzeichnung ist bislang noch nichts zu sehen, ebenso wenig von einer zum Schutz der Radfahrer geplanten Fahrbahnmarkierung. Derzeit birgt die Radweg-Kreuzung sowohl für Auto- als auch Radfahrer ein Risiko, da die Vorfahrtsregelung für viele nicht eindeutig ist.

    Ein Fall, der für Kopfschütteln sorgt: Nicht nur, dass der Planungs- und Kostenaufwand in keinem Verhältnis zum Resultat steht. Bedenklich ist auch, dass kommunizierte Umsetzungsfristen wie-der einmal nicht eingehalten wurden. Ganz davon abgesehen muss man sich die generelle Frage stellen, ob diese Lösung für eine Zufahrt in ein Gewerbegebiet überhaupt sinnvoll ist.
    Derartige Fälle lassen sich in Hagen zahlreich finden. Ein weiteres Beispiel ist etwa die seit Sommer 2024 angekündigte Erneuerung des Stadtmobiliars, deren Realisierung laut Berichtsvorlage 0650/2024 zunächst für Frühjahr 2025 vorgesehen war. Als es nicht dazu kam, sprach der Baudezernent auf eine Nachfrage des Unternehmer Rat Hagen hin schließlich von einer Erneuerung „im Verlauf des Jahres 2025“. Ob das Mobiliar tatsächlich in den nächsten verbleibenden Wochen dieses Jahres noch aufgestellt wird, bleibt fraglich. 

    Fest steht allerdings: Die schleppende bzw. verzögerte Beschlussumsetzung ist für Bürger nicht nachvollziehbar und sorgt für ein negatives Stadtbild. „Ein positives Stadtbild in Hagen entsteht nur, wenn Beschlüsse fristgerecht umgesetzt werden. Hagen muss seine Chancen erkennen und nutzen, damit Bürger und Unternehmen sich in der Stadt wiederfinden. Dann erkennen Bürger und Unternehmer, dass in Hagen Erfolge erzielt werden“, stellt Winfried Bahn, Initiator des Unternehmer Rat Hagen, fest.