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Investitionsstau in Milliardenhöhe:

Hagen braucht eine kluge Investitionsstrategie

veröffentlicht am 30. Oktober 2025

    Trotz der angekündigten Investitionsmittel durch das Land bleibt die finanzielle Lage Hagens kritisch. Auch mit der NRW-Finanzspritze von 109,3 Millionen gibt es wenig Spielraum für dringend notwendige Instandhaltungen und Modernisierungen. Wollte man den Investitionsstau, der sich in vielen Bereichen der Infrastruktur über Jahrzehnte aufgebaut hat, komplett beheben, würde das nach Einschätzung des Unternehmer Rat Hagen einen finanziellen Aufwand von knapp einer Milliarde Euro erfordern. Selbst wenn man – was realistischer ist – nur einen mittelmäßigen Zustand erreichen will, muss mit einer halben Milliarde Euro gerechnet werden. Allein mit Blick auf die Modernisierung der 57 Schulen und 26 Kitas in städtischer Trägerschaft besteht ein Investitionsbedarf von schätzungsweise rund 250 Millionen. Hinzu kommen immense Kosten, die für Rückbau, Abriss, Neukonstruktion und Neubau maroder Straßen und Brücken sowie für die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude zu Buche schlagen.

    Fest steht: Die jahrelange Vernachlässigung öffentlicher Einrichtungen, Straßen und Brücken hat zu einem Rückstand geführt, der kaum zu beheben ist, da sind auch die angekündigten Subventionen des Landes nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Angesichts des Sparkurses, der auch den Doppelhaushalt 2026/27 diktieren wird, werden die erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen eine riesengroße Herausforderung darstellen, ein Idealzustand der lokalen Infrastruktur wird nicht zu erreichen sein. Denn um den Abbau des Investitionsstaus innerhalb der nächsten zehn Jahre realisieren zu können, müssten mindestens 100 Millionen Euro pro Jahr im Haushalt abgebildet werden. Dennoch ist es essenziell, die dafür erforderlichen Ausgaben im Blick zu haben, um die richtigen Prioritäten setzen zu können. „Nur mit einem klaren Investitionsfahrplan für die nächsten Jahre können wir den Investitionsstau gezielt bekämpfen, wobei angesichts der zur Verfügung stehenden Mittel natürlich Abstriche in Kauf genommen werden müssen“, betont Winfried Bahn.