Unternehmer Rat Hagen feiert Jubiläum
Wertschätzung für Hagen bleibt weiterhin eine zentrale Säule des Engagements
veröffentlicht am 13. Oktober 2026
Mit zahlreichen Gästen, guter Stimmung und einem abwechslungsreichen Programm hat der Unternehmer Rat Hagen vergangene Woche sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Gäste aus Wirtschaft, Politik und Stadtgesellschaft waren der Einladung in den ausgebuchten Saal im Hotel Arcadeon gefolgt, um gemeinsam auf ein Jahrzehnt Engagement für den Wirtschaftsstandort Hagen zurückzublicken und zugleich den Blick nach vorne zu richten.
Anlässlich des Jubiläums durfte ein kurzer Blick auf die Anfänge des Unternehmer Rat nicht fehlen: Zum Auftakt der Veranstaltung berichteten Gründungsmitglieder, welche Motive sie vor zehn Jahren zu ihrem Engagement veranlasst haben. Neben der Möglichkeit des Netzwerkens und Austausches stand vor allem ein gemeinsames Ziel im Mittelpunkt: den Wirtschaftsstandort Hagen zu stärken und die Stadt zu einem lebenswerteren Ort weiter zu entwickeln.
Dieses Engagement würdigte auch Oberbürgermeister Dennis Rehbein in seiner Begrüßungsrede. Er hob den persönlichen Einsatz der Hagener Unternehmerinnen und Unternehmer für eine positive Entwicklung der Stadt hervor. „Am Ende geht es genau darum, dieses Engagement in unsere Stadtgesellschaft zu bringen. Denn eine Stadt lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen, auch dort, wo sie gar nicht dazu verpflichtet sind. Hagen braucht Menschen, die nicht fragen: ‚Was kann die Stadt für mich tun, sondern was kann ich für diese Stadt tun?‘ Und eben diese Haltung verkörpert der Unternehmer Rat. Eine lebendige Stadtgesellschaft braucht den Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.“ Mit seinem Engagement und seiner Bereitschaft, Verantwortung über das eigene Unternehmen hinaus zu übernehmen, sei der Unternehmer Rat zu einem wichtigen Impulsgeber für Hagen geworden, betonte der Oberbürgermeister.
Wie wichtig eine unabhängige und zugleich bürgernahe Perspektive für eine funktionierende Stadtgesellschaft ist, verdeutlichte das anschließende Gespräch mit Martin Weiske, langjährigem Lokalredakteur der Westfalenpost. Interviewt von Tim Füllbrandt, der neben Dr. Lars Immerthal durch den Abend führte, schilderte Martin Weiske unter dem Titel „Menschen in Hagen“ seine Sicht auf die Menschen der Stadt und die Themen, die sie bewegen, sowie die Rolle des Lokaljournalismus. Eine wichtige Aufgabe in seinem Beruf sei es, genau hinzugucken, kritisch nachzufragen und oft auch mal den Finger in die Wunde zu legen: „Hier sehe ich eine Parallele zum Unternehmer Rat. Unsere Aufgabe als Journalist ist es, penetrant zu sein, nachzuhaken und die Interessen der Bürger zu vertreten.“
Dieser Anspruch wird in der kritischen Berichterstattung des Redakteurs immer wieder deutlich. Für diese wichtige Arbeit wurde Martin Weiske, stellvertretend für die gesamte Lokalredaktion der Hagener Westfalenpost, mit dem Motions Award des Unternehmer Rat ausgezeichnet. „Die Lokalredaktion ist ein echter Gewinn für Hagen, erhalten die Bürger dadurch doch verlässliche und wichtige Informationen über das lokale Geschehen direkt vor ihrer Haustür. Dass eine Stadt noch eine eigenständige Lokalredaktion hat, ist unserer heutigen Medienlandschaft nicht mehr selbstverständlich“, hob Tim Füllbrandt in seiner Laudatio die Bedeutung der lokalen Berichterstattung hervor.
Die Menschen in Hagen waren auch Thema des Gesprächs mit Friederike Schmied-Paroth, Pfarrerin der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Haspe. Befragt von Moderator Dr. Lars Immerthal, Unternehmensberater und Partner im Unternehmer Rat, sprach sie über aktuelle Herausforderungen in ihrem Amt, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Stadt sowie über die Frage, was die Menschen in Hagen aus ihrer Sicht auszeichnet. „Das Besondere an den Menschen in Hagen ist, dass sie diesen Zwiespalt kennen, dass Hagen einerseits nicht attraktiv ist, gleichzeitig aber wunderschönes Potenzial aufweist. Die Menschen in Hagen, die mir begegnen – ob im kirchlichen Rahmen oder außerhalb – haben Lust, sich auf das Gespräch einzulassen.“ All das mache die Stadt so lebenswert: „Ich liebe es total, Hagenerin zu sein, auch wenn die Stadt oft belächelt wird“, betonte Friederike Schmied-Paroth ihre Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt.
Eine echte Erfolgsstory brachte darauf Philipp Schäfer auf das Podium: Der junge Modedesigner, der mit seinem Partner Tristan Pape 2021 das Modelabel „Alexander Studios“ gegründet hat, berichtete im Interview mit Miguel Bahn, Partner im Unternehmer Rat, über seinen Weg aus Hagen in die internationale Modewelt. In diesem Jahr waren die jungen Hagener auf international renommierten Shows wie der New Yorker und Pariser Fashion Week vertreten, zudem wird ihre Mode auch in einer New Yorker Boutique verkauft. Trotz dieses internationalen Erfolges bleiben die beiden Gründer ihrer Heimatstadt Hagen treu, wie ihre aktuellen Pläne zeigen: Auch regional sind einige Shows in Vorbereitung.
Zum Abschluss der Podiumsgespräche rückte ein Thema in den Fokus, das den Unternehmer Rat Hagen seit seinen Anfängen beschäftigt: die Innenstadtentwicklung. Der Abteilungsleiter des Fachbereichs Stadtentwicklung der Stadt Hagen, Andreas Beilein, gab Einblicke in aktuelle Herausforderungen der Stadtplanung und sprach über den Fahrplan zur Umsetzung der Innenstadtmodernisierung. Als konkreten Beginn der Umbauphase nannte der Stadtplaner das Jahr 2029: „In drei Jahren fangen wir mit dem Umbau an“, kündigte Andreas Beilein an.
Der Austausch über das Thema Innenstadtentwicklung bleibt auch künftig ein wichtiger Bestandteil des Engagements des Unternehmer Rat.
Neben Rückblicken auf die vergangenen zehn Jahre richtete sich der Abend bewusst auch auf die Zukunft. So blickte Winfried Bahn, Initiator des Unternehmer Rat, abschließend nicht nur auf zehn erfolgreiche Jahre Unternehmer Rat Hagen zurück, sondern gab auch einen Ausblick auf zukünftige Aktivitäten und Schwerpunkte: „Die vergangenen zehn Jahre bedeuteten für den Unternehmer Rat stets gelebte Verantwortung für diese Stadt. ‚Dialog statt Abgrenzung‘ – mit diesem Anspruch werden wir auch künftig daran arbeiten, Hagen erfolgreich zu gestalten“, richtete Winfried Bahn den Blick in die Zukunft.
Für die passende musikalische Begleitung sorgte der Sänger Salva, dessen Songs das Programm auflockerten und zur angenehmen Atmosphäre des Abends beitrugen.
Nach dem offiziellen Programm nutzten die Gäste bei kühlen Getränken und abwechslungsreichen Speisen vom Büfett die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und Netzwerken. In entspannter Atmosphäre wurde auf die vergangenen zehn Jahre angestoßen – und zugleich auf das weitere gemeinsame Engagement für Hagen geblickt.