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Warum hat Hagen mehr städtische Mitarbeiter als andere Kommunen im Vergleich?

Personalentwicklung wirft Fragen auf

veröffentlicht am 26. März 2026

    Der Entwurf des Doppelhaushalts 2026/2027 zeigt eindrücklich: Die brisante finanzielle Lage bietet der Stadt kaum Spielräume. Umso erklärungsbedürftiger erscheint vor diesem Hintergrund die städtische Personalentwicklung in den vergangenen Jahren: Zwischen 2015 und Ende 2024 ist die Gesamtzahl der vollzeitverrechneten Stellen um 53,7 Prozent gestiegen. Das bedeutet: Pro 1.000 Einwohner gab es Ende 2024 16,4 Vollzeitstellen (diese Kennzahl berücksichtigt Teilzeitstellen, die anteilig auf die Arbeitszeit einer vollen Stelle umgerechnet wurden). Konkret wurden in Hagen zum Stichtag Ende 2024 3.126 städtische Vollzeitstellen verzeichnet. Zum Vergleich: In Dortmund entfallen auf 1.000 Einwohner 12,7 Vollzeitstellen, was insgesamt 7.645 Vollzeitstellen entspricht. In Wuppertal gab es zum Jahresende 2024 11,9 Vollzeitstellen je 1.000 Einwohner, also insgesamt 4.254. In beiden Städten war die Zuwachsrate im Vergleichszeitraum deutlich geringer (Dortmund: + 29,6 Prozent; Wuppertal: + 21,6 Prozent).
    Bemerkenswert: Auch im Jahr 2025 setzte sich der Personalaufbau in Hagen weiter fort. Zum Jahresende 2025 stieg die Zahl der Vollzeitstellen auf 3.326 – ein Plus von 200 Stellen gegenüber dem Vorjahr, was die Situation noch einmal verschärft.
    Dieser überproportionale Personalzuwachs in der Hagener Verwaltung stimmt bedenklich, da andere Kommunen eine solche drastische Steigerung nicht aufweisen. Die Entwicklung allein auf den mit dem Anstieg der Flüchtlingszahlen einhergehenden Personalbedarf in der Verwaltung zurückzuführen, greift zu kurz. Schließlich stehen andere Städte wie Wuppertal und Dortmund vor vergleichbaren Aufgaben und kommen dennoch mit deutlich weniger Personal pro Einwohner aus. Hier steht der neue Kämmerer großen Herausforderungen gegenüber. 

    Besonders erklärungsbedürftig ist der mit Blick auf den Haushaltsvorbericht auffallende drastische Anstieg bei den Personalaufwendungen: Während für 2025 Aufwendungen in Höhe von rund 228 Millionen Euro veranschlagt sind, steigt dieser Betrag für 2026 auf mehr als 254 Millionen Euro an – ein Zuwachs von etwa 26 Millionen Euro innerhalb eines Jahres.
    „In finanziell schwierigen Zeiten ist es schwer nachvollziehbar, dass das Personalbudget stetig weiter ansteigt. Bei allen Bemühungen um eine Verschlankung der Prozesse in der Verwaltung ist aber auch darauf zu achten, dass der persönliche Kontakt zum Bürger erhalten bleibt“, betont Winfried Bahn, Initiator des Unternehmer Rat Hagen